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Ferienjob

BeitragVerfasst: Do 28. Dez 2006, 02:20
von MartinR
Hi!

Was bezahlt man einem 14jährigen für einen Ferienjob. Tätigkeit: Aufräumen, Botengänge, ein wenig Technik bedienen im Kundenbereich. ???

Irgend ein Ausbeuter hat dem armen 2 Euro pro Woche(!) gegeben und freie Getränke...

Aber was wäre eine gerechtfertige Bezahlung für einen Ferienjob!????

BeitragVerfasst: Do 28. Dez 2006, 18:05
von janw
Hm, ich weiß nicht wirklich, wie heute der "Kurs" ist, aber ich würde ihn mal fragen, was er sich so vorstellt und dann mal durch die Zahl Stunden teilen, die er arbeitet und überlegen, ob das hinkommt.
Ich sag mal 3 Euro pro Stunde, oder 4, und Getränke frei, vielleicht?

BeitragVerfasst: Do 28. Dez 2006, 18:43
von ich_von_hier
2 Euro sind entschieden zu wenig. 10 Euro sind mindestens angemessen. Wenn man schonmal einen Ferienjob macht, dann will man schon was dafür haben. Und was kann man sich schon für 2 € leisten? Zwei Tafeln Schokolade vielleicht.
Wenn er 2 Stunden pro Tag oder mehr arbeitet, wär eine Stundenbazahlung von 2€/Stunde sicher fair.


["Ossi"-Kommentar (nicht zu ernst nehmen)] Kein Wunder, dass Wessis mehr Geld haben als Ossis, wenn ihr eure Kinder so ausnehmt. :boah: [/Ossi-Kommentar]

mfg ich_von_hier

BeitragVerfasst: Fr 29. Dez 2006, 01:08
von Lykurg
€10 sind jedenfalls viel zu viel, das verdienen auch schon ausgebildete Friseure, Parkettpflegerinnen u.a. Dienstleister, das ist dann kein Ferienjob mehr.^^ Ich würde eher im Bereich €3-5 kalkulieren.

Floristen in Brandenburg bekommen mindestens €4,58.

BeitragVerfasst: Fr 29. Dez 2006, 19:08
von ich_von_hier
Die 10 Euro bezogen sich auf eine ganze Woche.

BeitragVerfasst: Sa 30. Dez 2006, 11:16
von MartinR
Ich finde in diesem Falle einen Euro pro Stunde angemessen. Das ist natürlich mit Steigerungszwang. Aber sonst verdirbt noch der Charakter, wenn man von 2 Euro die Woche auf 3 Euro die Stunde springt. Langsam an das große Geld heranführen würde ich sagen!!!

BeitragVerfasst: Sa 30. Dez 2006, 13:08
von janw
Stimmt sicher...klein anfangen, und dann kann bei entsprechender Leistung auch eine ordentliche Gehaltserhöhung rausspringen :)

BeitragVerfasst: Sa 30. Dez 2006, 18:29
von ich_von_hier
2 Euro/ Woche? Für einen 14jährigen?
Ich glaub das verdirbt den Charakter viel mehr: Wenn jemand lernt, dass man mit Arbeit so gut wie nichts verdient. :|

Bei einem Euro pro Stunde geh ich sogar noch mit, aber das ist schon hart an der Grenze. Es heißt ja Ferienjob und nicht Hungerlohn. Ehrilich mal, so arm ist Deutschland ja nun wirklich nicht. :rolleyes:

BeitragVerfasst: Sa 30. Dez 2006, 19:09
von janw
@ich: Er meint, daß der Schüler von den 2 Euro die Woche, die er bei seinem alten Job bekommen hat, auf 1 Euro die Stunde, also auf 1 Euro x soundso viel Stunden pro Woche springt. Damit müßte der Junge bei 10 Stunden die Woche (2 Stunden x 5 Tage) auf 10 Euro die Woche kommen, das ist doch was für den Anfang, oder?

BeitragVerfasst: Sa 30. Dez 2006, 19:11
von Lykurg
Ich stimme zu. ;)

BeitragVerfasst: So 31. Dez 2006, 17:29
von nazgul
Ich denke das sollte von der Arbeit abhängig sein und eine gewisse Verhältnissmäßigkeit wahren.

Ein paar Vergleichswerte:
Zivigehalt: ~2,5€/h
Ferienjob Straßenbau (kleine Firma, 2000): 3 Wochen @ 700DM
Ferienjob Straßenbau (große Firma, 2002): 5 Wochen @ 960€ ~4,5€/h
Ferienjob Fließbandarbeit Palettenmontage, 4-schicht, Akkord: 5 Wochen @ 2400€
Aushilfsarbeit Rettungsdienst RLW gGmbH: 6,51€/h
Arbeiten bei Stradego..... 1,5€/h (Sollstunden + unbeszahlte ÜST @ 600€/Monat)
Rasenmähen (Mähen, Trimmen etc) etwa 7-10€/h da kommts auf das Preisgepühr an.
Nachhilfe je nach Fach und Stufe: 10-20€/h


Dann sollte man folgendes Bedenken: Es gibt nen Freibetrag an dem was man im Jahr verdienen darf ohne Steuererklärung, was man verdienen darf ohne Steuern zahlen zu müssen, und diverse tricks das zu erweitern (Sachwerte)

Ebenfalls möglich wären etwa bei Botenjobs ein Taschengeld + Moped führerschein oder ähnliches.

2€/Woche ist lachhaft. Da kann sich der Junge ja mehr erbetteln.

BeitragVerfasst: Di 9. Jan 2007, 14:24
von Ipsissimus
ein Euro pro Stunde finde ich auch lachhaft, 2,5 Euro pro Stunde an der Schmerzgrenze. Bei meinem allerersten Ferienjob (Schüler, 14 Jahre) hatte ich in 4 Wochen etwa 1200 DM = 60 DM/t = 7,5 DM/h = 3,75 Euro/h netto verdient).

Aber so ists in Deutschland zur Zeit, die Leute sollen arbeiten, nur angemessenes Geld sollen sie dafür keines bekommen

BeitragVerfasst: Di 9. Jan 2007, 21:05
von janw
Hmh, ja...da ist etwas dran, Ipsi.
Kommt natürlich etwas darauf an, worin der Ferienjob besteht, wieviel Verantwortung da im Spiel ist und so.
Wenn man die allgemeine Lohnentwicklung zugrunde legt, würden die 3,75 Euro von vor 30 Jahren heute...das doppelte? ausmachen - 7,5 Euro also. Dann wären wir bei den 7-10 Euro von nazgul fürs Rasenmähen.

Das Dumme ist halt, daß ausgebildete Frisurinnen nach drei Jahren Lehre netto auch nur um 10 Euro netto haben, der Unterschied zwischen dem Ferienjob und dem Arbeitseinkommen einer ausgebildeten Kraft ist mit den Jahren flöten gegangen...

BeitragVerfasst: Di 9. Jan 2007, 21:51
von Ipsissimus
das liegt daran, daß die Frisörgewerkschaft die einzige Gewerkschaft ist, die aus Bossen besteht. Was dazu führt, daß Frisörinnen und Gesellenfrisöre notorisch unterbezahlt sind, nicht etwa daran, daß die Ferienjobs damit zu gut bezahlt wären

BeitragVerfasst: Sa 13. Jan 2007, 19:29
von janw
Nette Gewerkschaft das...
Womöglich berufen sie sich dabei auf den alten Satz vom Beruf, der seinen Mann ernähren soll :rolleyes:

Aber das scheint wirklich verloren zu gehen, der Gedanke, daß ein Arbeitseinkommen ein auskömmliches Leben ermöglichen soll, einschließlich der Möglichkeit, vorzusorgen.
Dafür wird die Generation P zur Normalität, auch und gerade bei uns Biologen...

BeitragVerfasst: Sa 13. Jan 2007, 20:29
von e-noon
Ich würde das nicht an Friseuren orientieren... manche Schüler unserer Schule bekommen für eine Stunde Mathe Nachhilfe 8 Euro... und da beschwert sich keiner. 2 Euro pro Woche?? Da macht er ja Verluste, wenn man die Abnutzung seiner Schuhe auf dem Weg zur Arbeit mitrechnet... naja, wird schon von selber drauf kommen.

BeitragVerfasst: Mo 15. Jan 2007, 23:16
von Shockk
Das Minimum selbst in den ärgesten Branchen liegt irgendwo bei ~ 2 € pro Stunde. Auch wenn ein 14jähriger rechtlich gewisse Einschränkung hat, was und wieviel er arbeiten darf, so sind 2€/Woche sicherlich absoluter Humbug und in der Tat reinste Ausbeute.

Akzeptabel sind je nach Dauer, Umfang und Art der Arbeit sowie nach Gutdünken des Chefs Beträge zwischen 5-8€. Wer sich mit weniger zufrieden gibt ist oft selber schuld, in dem Bereich gibt es genug.